Die Jahre nach der Stadionseröffnung 2000 bis 2008

 

Unter Trainer Stefan Witt ging der SSV Bergneustadt in die erste Landesliga Saison nach der Fertigstellung des Wilhelm-Bisterfeld-Stadion. Nach einigen herben Niederlagen in der Hinrunde sah es zwischenzeitlich sehr düster aus. Man überwinterte auf dem 11. Tabellenplatz, eher wird im März überraschend die Brocken hinauf. Für ihn übernahm der "alte Bekannte "Rainer Keilhack das Ruder. Am drittletzten Spieltag gelang den Trainerfuchs der frühzeitige Klassenerhalt. Die zweite Mannschaft unter Coach Bernd Sterling stieg souverän als Meister der Kreisliga C. in die Kreisliga B. auf. Mit 12 neuen Spielern nahmen Keilhack und Co die nächste Spielzeit in Angriff, doch trotz teilweiser namhafter Verstärkungen liegt der SSV wieder in Abstiegsgefahr. Zwischenzeitlich gingen neun Partien in Folge verloren, doch am Ende reichte es erneut zu einem Platz im untersten Mittelfeld. Die schönste Niederlage des Jahres gab es am achtundzwanzigsten Spieltag beim FC Junkersdorf, trotz eines einst zu zwei war der Klassenerhalt unter Dach und Fach. Auch die Reserve konnte als fünfter für ein weiteres Jahr Kreisliga B. planen, den Aufstieg in dieselbe Klasse schaffte 2000 1/20002 die SSV dritte, die sich dort allerdings nur für ein Jahr halten konnte und als vorletzter sofort wieder Abstieg.

 

Nach gut eineinhalbjähriger Verlaufs Phase wurde im September 2002 neun Wilhelm-Bisterfeld-Stadion auf dem Stentenberg in einer von 390 Stützpunkten des Talentförderprogramms des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) installiert. Bürgermeister Karl Siegfried Noss nahm vom Schatzmeister des Fußballverbandes Mittelrhein, Folkmar Becher, die offizielle Plakette entgegen, die er sofort an den Vorsitzenden Dieter Müllenschläder weitergab. Zuvor hatte, nach den Absprachen der Fußballverbandsvertreter, der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Friedhelm Julius Beucher, in einem Grußwort die Besonderheit des Stützpunktes herausgestellt. Rund 10 Millionen € lasse sich der DFB diese Talentförderung Kosten und habe damit in der Welt ein einmaliges Projekt auf den Weg gebracht. Bürgermeister Noss freute sich, dass die Wahl bei insgesamt neun Stützpunkten im Fußballverband Mittelrhein auch auf Bergneustadt gefallen sei. Die Stützpunkttrainer, Horst Semrau, sprudelte derweil unter dem neuen gierigen Blicken von DFB-Chefausbilder Erich Rutemöller und einem WDR-Fernsehteam ihr ganz normales Trainingsprogramm ab. Das und eine Podiumsdiskussion zum Thema Nachwuchsförderung zog immerhin einige 100 Zuschauer auf dem Stentenberg.

 

Im Sommer tat sich im Kader der Landesligamannschaft wieder einiges: 15 neue Kicker heuerten in Bergneustadt an, sieben Spieler, darunter der langjährige Keeper Ingo Rademacher sowie Volker Haselbach (Trainer zweite Mannschaft) gehörten nicht mehr zum Aufgebot von Keilhack, dem nun Ingo Kraemer (vorher A-Jugend des RS 19 Waldbröl) als sportlicher Koordinator zur Seite stand. Es war auch deshalb eine interessante Saison, damit dem Stadtrivalen bei Baris Spor Hackenberg und dem SSV Marienheide zwei weitere Oberberger in der Liga mitmischten.

 

Nach der Hinrunde stand der SSV auf dem fünften Platz, während Marienheide Rang drei belegte und Hackenberg Schlusslicht war. Emotionale Highlights waren die beiden Stadtderbys, die auch für einen entsprechenden Zuschauerzuspruch sorgten. Nach einem 1:1 im Hinspiel gelang dem SSV auf eigenem Platz ein 5:1 Sieg. Ende Dezember sicherte sich der SSV den Sieg beim erstmals veranstalteten Hallenpokal des Fußballkreises Berg. In der Endabrechnung der Saison hielt der SSV den fünften Tabellenplatz. Wie schon vorher verabredet, beendete Reiner Keilhack seine Tätigkeit am Saisonende. Ingo Krämer rückte zum Cheftrainer auf. Die Reservemannschaft landete auf Platz neun. 

 

Erneut prominent verstärkt, galten die Bergneustadt da in der darauf folgenden Saison 2003/20004 als ein Favorit auf den Landesliga Titel. Nach einem verheißungsvollen Start kam aber Sand ins Getriebe, erst in der Rückrunde fingen sich die SSV Akteure wieder, doch der zwischenzeitlich greifbare Aufstieg in die Verbandsliga wurde verpasst: erneut lag man am Ende auf Platz fünf. Die gleiche Platzierung erreichte die zweite Mannschaft in der Kreisliga B.

 

Trotz der zufrieden stellenden sportlichen Bilanz gab es im Sommer 2004 Turbulenzen. Mehrere Leistungsträger melden sich kurzfristig ab und Krämer musste mit einem völlig neu formierten Kader in die Saison starten. Der Klassenerhalt in der Landesliga schien mehr als fraglich. Doch die Horrorszenarien bestätigten sich nicht, im Gegenteil: die junge SSV-Truppe nahm die Herausforderung an und schaffte in der Winterpause noch einmal gezielt verstärkt einen zuvor niemals für möglich gehaltenen sechsten Platz. Tristesse dagegen bei der zweiten, als 15. stieg man in die Kreisliga C ab. In der Sommerpause wurde wieder aufgerüstet. Mit der Verpflichtung des Sportkoordinators Marcel Gillen sowie vier erfahrenen Spielern aus dem Siegkreis wollten die Bergneustädter wieder oben mitspielen. Doch die Personal- Veränderungen teilten sich nicht aus, die Hinrunde verlief sehr durchwachsen, zu dem beendete Gillen seine Tätigkeit bereits nach vier Monaten wieder. Am Ende reichte es doch noch zu einem halbwegs versönlichen sechsten Platz.

 

Auch zur Saison 2006/2007 musste die erste Mannschaft einen personellen Aderlass verkraften. Thomas Struck bediente mit einer extrem jungen Mannschaft an den Start, Zielsetzungen bei der Klassenerhalt. Doch wieder einmal stellte sich die Prognosen als falsch heraus. Die Mannschaft konnte lange Kontakt zur Spitzengruppe halten und erreichte im Endklassement zum dritten Mal in Folge den sechsten Platz. Die zweite verpasste den Aufstieg in die Kreisliga A. nur knapp. Die Schützlinge von Volker Haselbach mussten sich in der Relegation der Kreisliga B. Vizemeister dem SV Refrath geschlagen geben. In der Spielzeit 2007/2008 fing sich das Team nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten und belegt zum Abschluss der Hinrunde den vierten Rang. Die Reserve ist Tabellenführer der Kreisliga B Staffel vier und hat den Aufstieg in die höchste bergische Spielklasse vor Augen.