1961 - 1983
Nach 1960 übernahm Torwart Rolf Dienes, seit 1953 als Spieler und Jugendtrainer im SSV 08 tätig , das hauptamtliche Training in den Seniorenmannschaften. Den Befähigungsnachweis hatte er in
Kursen an der Sportschule Duisburg erworben. Leider konnten seine großen Erfahrungen im Fußballbetrieb und seine Trainingskonzepte nicht durchschlagend zum Ausdruck kommen, da er von 1962 – 1964
als Trainer in Gummersbach tätig war.
Dieses Jahrzehnt 1960 – 1970 spielt in der Vereinsgeschichte insofern eine sonderrolle, als es durch eine Fluktuation in der Vereinsführung, in der Traineretage wie auch im Spielerlager
gekennzeichnet ist. Die Trainer Curt Kreile und Rolf Dienes wechselten zweimal die Position dazwischen fungierten noch H.H.Stadtländer und Hermann Kappes.
Trotz des starken Spielerangebotes konnte sich der SSV 08 nur in der Spielsaison 1963/64 in der Landesliga halten. Überalterungen machten sich in den Seniorenmannschaften bemerkbar; zugleich
begann das Abwandern von Spielern. Das beste Beispiel für diese Unterschwellingen Unruhen war das Schicksal der Meisterjugend, die von Hermann Flick und Friedhelm Röttger mit so großer Sorgfalt
aufgebaut und im Jahre 1965 zum 4. Platz in der Jugend- Mittelrheinmeisterschaft geführt worden war. Die Sonderstellung dieser A- Jugend lag schon in der Tatsache begründet, das sie von 1961 bis
1965 den Jugendkreismeister bzw. den Kreispokalsieger stellte. Als nun die erfolgreichen Jugendspieler in die Seniorenmannschaften überwechselten, bröckelte die Spielgemeinschaft sehr rasch
auseinander.
Die Abwanderungen und die Leihgaben des SSV 08 im Spieler- und Trainerbereich bedeuteten eine Ankündigung der Umwandlungen der Vereinsstrukturen im Oberbergischen Fußball. Das einsickern
großstädtischer Erfahrungen mit „ bezahltem Fußball „ ließen in den bisher reinen Amateurvereinen Disharmonien und „ Grauzonen“ aufkommen, die in späteren Jahren nicht so leicht zu beheben waren.
Im Gegensatz zu diesem Unruheherd im Spieler und Trainingslager verliefen die Breitenarbeit und die Nachwuchspflege im Jahrzehnt 1960/70 im ruhigen und Erfolgreichen Bahnen dank des Einsatzes von
Hermann Flick, Gerhard Kamp und Herbert Plötz. Rund 110 aktive Spieler und Sportler wurden in wöchentlichen Übungsstunden betreut und damit der Spielbetrieb von 2 Seniorenmannschaften, zwei
Jugendmannschaften, einer Schüler und einer Altherrenmannschaft aufrecht erhalten, Die Schüler stellten in diesem Jahrzehnt fünfmal den Kreismeister bzw. den Pokalsieger.
Die Frucht systematischer Nachwuchspflege zeigte sich am deutlichsten im Jahr 1971/72, als es unserer A- Jugend gelang, sich für zwei Serien
in der höchsten Spielklasse für Jugendmannschaften in der Verbandsliga Mittelrhein zu halten. So kam es zu den Ausnahmespielen mit der A- Jugend des Bonner SC, des F.C. Köln, mit Bayer Leverkusen
und Frechen.
Im Jahre 1971 übergab „Alttrainer“ Curt Kreile das Traineramt an den Seniorenspieler Hans Gerd Bisterfeld, der sich nun als Übungsleiter um den Erhalt in der Bezirksklasse bewähren musste.
In der Spielsaison 1972/73 hatte Trainer H.G. Bisterfeld seine „Truppe“ fest im Griff und gut motiviert. Die meisten Tore des lauf- und kombinationsstarkem Sturmes vielen schon durch Doppelpässe.
Der zweite Tabellenplatz hinter Bergisch Gladbach war der Lohn für die anspruchsvollen Spitzenkämpfe, die bei Heimspielen 450 – 500 Zuschauer in das Heimstadion lockten.
Als in der Spielsaison 1974/75 der Co- Trainer und ehemalige Jugendspieler Karl Ernst Helmus das Training der Saison für 4 Jahre (1974/77) übernahm, konnte er, stark unterstützt durch eine gut
funktionierende Vereinsführung unter „ Kapitän“ Werner Werheit, gleich den Aufstieg in die Landesliga schaffen. In dieser Zeit fiel dann auch der so notwendige Ausbau des Sportheimes unter Werner
Werheit und Hans Duhr mit seinen Helfern. Sechs Jahre Zugehörigkeit zur Landesliga (1975/81) bedeutet eine Spitzenleistung im Oberbergischen Fußball. Zu den Spielen gegen Frechen, Bergisch
Gladbach, Bad Godesberg, Troisdorf, Pulheim und Schlebusch, vor allen gegen den Liga- Neuling Gummersbach, kamen zwischen 700 – 800 Zuschauer in das Stadion an der Dörspe. Bei Horst Semrau, dem „
Neustädter Libero“, hörten die gegnerischen Angriffe meist auf und begannen die eigenen. Es war ein Genuss für die Zuschauer, mit dabei zu sein, wenn der Ball von Horst Semrau über eine
Zwischenstation bei dem Spurtschnellen „ Ingo“ landete zum Durchbruch durch die gegnerische Verteidiger kette.
Nur durch viele Helfer und Autofreunde, die zupacken, ist es möglich, vier Seniorenmannschaften, eine Damen elf, eine Altherrenelf, sechs
Jugendmannschaften in Bewegung und im „ Fußball- futter“ zu halten. Der SSV 08 hat 12 Mannschaften mit rund 180 aktiven Spielern zu Betreuen.
Wenden wir uns, werte- Vereins –und Fußballfreunde, in der weitausholenden Mannschaftsanalyse abschließend dem Damen- Team zu. Auf Anregung des Sportvereins IVV Landsmeer, der Holländischen
Partnerstadt, hatte sich bei uns eine Damen- Fußballgilde gebildet aus Bergneustädter und Bielsteiner Frauen und Mädchen. Dieses Kombinationsteam konnte 1972 den Lehrmeister Landsmeer mit 4:2
bezwingen. Ab 1972 beteiligte sich die Damenmannschaft an den Punktspielen der jeweils höchsten Leistungsklasse, ab 1976 in der Damenverbandsliga Mittelrhein, anfangs Trainiert von Petros
Tsolakidis, ab 1974 im Wechsel von Hermann Haselbach, Hermann Flick und Dusan Ristic, dazu betreut vom Ehepaar Rolf und Astrid Fröhlich. Mit viel Idealismus und großem Einsatz halten sich die SSV
– Damen an 5./6. Stelle in der höchsten Spielklasse des Westdeutschen Fußballs, immer im Schatten der Meistermannschaft Bergisch Gladbach. Den größten Erfolg errangen die Damen 1978, als sie im
Endspiel um den Mittelrheinpokal dem oftmaligen Deutschen Meister Bergisch Gladbach mit 0:1 knapp unterlag.
Vereinsarbeit und Vereinsführung beim SSV08
Zu den 3 Haupträgern in der Vereinslenkung treten die unentbehrlichen Fußball- und Jugendobleute, die Trainer in den verschiedenen Sektionen, die umsichtigen Platzwarte und außen Kassierer
hinzu.
Ein besonderes Lob verdienen die Schiedsrichter, die durch ihren Einsatz einen erfolgreichen Spielbetrieb gewährleisten. Ohne eine ausreichende Zahl von „ Schiris“, die der SSV 08 stellt blieben
unsere Mannschaften ohne Wertung bei den Punktspielen. Herbert Kramß, für den Verein von 1949 – 1969 tätig, mag hier stellvertretend für seine Kollegen genannt sein, die alle in selbstloser Weise
Sonntags für den SSV unterwegs sind und so auch manches Spiel der eigenen Mannschaft als Zuschauer verzichten müssen.
Seit dem Jahre 1973 werden auf Beschluss des Landes- Sport- Bundes die Jugendabteilungen Selbstständig geführt. In ihnen wirken die Jugendleiter, die Betreuer und Organisatoren im Sinne der
unentbehrlichen Breitenarbeit.
Sie alle, die oftmals geschmähten „ Funktionäre“ – in Wahrheit die noch immer nicht ausgestorbenen Idealisten – bemühen sich in der Vereinskleinarbeit um die Reibungslose Durchführung des
Spielbetriebes aller Mannschaften, um Nachwuchspflege und ein wenig um Tradition und Publicity. Das Problem der geopferten Freizeit wird hier auf breiter Basis sinnvoll in der Jugendbetreuung
angepasst.
Vereinsarbeit im Ablauf eines Jahres bedeutet harte vereinspolitische Willensbildung, gewonnen auf dem Wege des behutsamen miteinander- Umgehens und fast täglicher Kontaktaufnahme. Im Rahmen der
vielseitigen Arbeitsbereiche Profilieren sich zu weilen einzelne Sportkameraden durch ihren Einsatz und ihre Arbeitsweise oder durch die Veranlagung Vorbild zu sein.



