1926 - 1960

Eine weitere Mannschaft, die in unserer Rückerinnerung bestand hat und nach 1930 einen guten Fußball spielte, gruppierte sich um Bernhard Prott und Erich Krumme. Der Schalker Spieler Bernhard Prott, der nach Bergneustadt übergesiedelt war, vermochte als Spielertrainer den Sportkameraden Hermann Dohrmann, Adolf Budde, Erich Martel, Rudi Schmidt, Heinz Gösselkeheld, Fritz Kosseda, Oskar Osberghaus, Eugen Kathner und Kuno Lenz stärkeres Interesse für das Schalker W-M- System einzugeben.

 

In dieser Zeit fiel die 25- Jahr – Feier des SSV 08 unter dem damaligen Vereinsführer Otto Rauschenbach. In und Dr. Hermann E. Müller gelang es im Jubiläumspiel auf dem Borsten (1933) die ersten Mannschaften von Köln- Sülz 07 und Schwarz-Weiß Barmen vorzustellen unter der Leitung des Weltklasseschiedsrichters Dr. P.Bauwens, Köln.

 

Es ist an dieser Stelle unserer Berichterstattung notwendig das Wirkens eines Ausnahmespielers ins Blickfeld zu rücken, der von 1922 bis in die Weltkriegsjahre hinein immer wieder in den Seniorenmannschaften gespielt hat. Felix Neuhaus war kein herausragender Fußballer, aber der einzige Allroundkicker des SSV 08 , von dem behaupten kann das er in allen Spielerpositionen gute Leistung brachte. Überzeugend war er als Verteidiger, bravourös im Tor. Seine Wirkungsvollste Zeit beim SSV 08 kam nach dem Krieg, als er die Arbeit eines Jugendleiters und Trainers rein Ehrenamtlich für fast ein Jahrzehnt übernahm. Er legte in der „Felixjugend“ den Grund für den stetigen Anstieg der Spielkultur in den Vereinsmannschaften. Er sorgte wie kein anderer für den Nachwuchs. Der Aufstieg in die Bezirksklasse erfolgte im Jahr 1952.

 

Felix Neuhaus hat das Erbe eines 30-Jährigen Spielbetriebes in SSV 08 im Jahr 1951/52 in die Hände des Co- Trainers Kurt Kreile übergeben, dem dann der große Wurf gelang, die Neustädter 1955/56 erstmalig in die Landesliga zu führen.

Diese Vereinswende wurde von einer außergewöhnlich erfolgreichen Aktion auf einem ganz anderem Vereinssektor begleitet. Der neue 1. Vorsitzende Wilhelm Bisterfeld ( 1948) und seine Treuen Arbeitskameraden Hahne, Rockenberg, Schwarz, Wunderlich und Erich Weyland hatten sich geschworen, der Sorge bereitenden Platzfrage entscheidend zu Leibe zu rücken. Eine vereinseigene Platzanlage sollte entstehen, um damit eine Schicksalsfrage des Vereins endgültig zu lösen. Dieser Denkwürdige Prozess hat vier Jahre gedauert (1948/51) und wurde begonnen mit einem Vereinskapital von nur 8000 DM.

Wilhelm Bisterfeld , gebürtiger Wiedenester, Dentist in Bergneustadt, in der Vereinsarbeit bewandert, hatte 1948 den vereinsvorsitz aus lauter Hilfsbereitschaft übernommen. Seine Einsatzbereitschaft und seine Verhandlungskunst beschafften ihm bei Grundbesitzern und Behörden, bei Banken, Industrie und Handwerk ein entgegenkommen, das ihn selbst verwunderte. Die 650-Jahrfeier der Stadtwerdung stand 1951 bevor, eine Zeit der Selbsthilfe und hoher Vereinsaktivität. Wilhelm Bisterfeld bestellte Familiäre und berufliche Verpflichtungen weit zurück. Seinem Körperlichen und Geistigen Einsatz ist es zu verdanken, das der Wertvolle und schönste Wiesengrund im Zentrum unserer Stadt nicht von der Industrie besetzt wurde, sondern von der Sporttreibenden Jugend.

Die erste Großtat im Landschafts- und Naturschutz mitten im Herzen der Stadt ist das Werk von Wilhelm Bisterfeld und seiner Arbeitskameraden. Den weiteren Ausbau des Wilhelm-Bisterfeld-Stadion führte Erich Weyland im Geiste seines Vorgängers nach 1952 durch. Auch er hat seine ganze freie Zeit und viele Mittel der Jugend des SSV 08 gewidmet. Im Jahre 1954 war es ihm gelungen, das Jugend Uefa Cupspiel Schweiz – Türkei in das Wilhelm - Bisterfeld - Stadion zu holen, das nahezu 5000 Besucher miterlebten. Für Wilhelm Bisterfeld und Erich Weyland gilt der Mahnspruch des Willi Schürfeld vom Jahre 1958 der da lautet:
„Das Wilhelm – Bisterfeld – Stadion muss ein Denkmal der unvergessenen werden, die ihre Kraft und ihre Leidenschaft opferten für die Jugend der Stadt“.

 

Wir werden, werte Fußballfreunde, die unterbrochene Berichterstattung über den Mannschaftssport im SSV 08 wieder aufnehmen mit der Zeitspanne 1951-1960, in der Curt Kreile Mannschaftstrainer und auch Spielführer war. Ein Training über so viele Jahre zu leiten, bedarf der Standfestigkeit und der Vereinstreue. Curt Kreile besaß darüber hinaus echte Trainereigenschaften, sowohl für die Trainingsarbeit wie für die Erforderlichen Spielsysteme und eine ausgewogene Mannschaftsbetreuung. Er kam aus der Derschlager Meisterelf und hatte sein Diplom als Fußball- Lehrer bei Bundestrainer Sepp Herberger gemacht. Sein Führungsstil ist in vielen Senioren als Sachlich, distanziert, Leistungsbezogen und Kritisch bekannt. Vor allem – er hatte Erfolg. In den fünf Jahren der Landesligazugehörigkeit besaß dieses Team im Leistungsvergleich zu anderen Oberbergischen Mannschaften eine herausragende Spielkultur.