Ein wichtiger Sieg

GFC Düren – SSV Bergneustadt 0:1 (0:0).

 

Wie wird die Mannschaft des SSV auftreten, werden die Spieler verunsichert sein, nach den Diskussionen der vergangenen Tage vielleicht sogar lustlos agieren? Diese Fragen konnten bereits nach wenigen Minuten mit „Nein“ beantwortet werden. Auf dem sehr schwer bespielbaren Aschenplatz in Düren zeigten die Bergneustädter eine kämpferisch starke Leistung und präsentierten sich als Einheit. Belohnt wurde der Einsatz mit dem Treffer von Marcel Walker kurz vor Schluss. Trainer Torsten Reisewitz: „Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein dreckiger Sieg.“

  

Der Coach wartete zu Beginn mit einer kleinen Überraschung auf und verhalf Andreas Krolewski zu dessen Saisondebüt. So viel vorweg: Nach anfänglichen Schwierigkeiten erledigte er seinen Job als Linksverteidiger sehr souverän. Mit Kombinationsspiel war auf dem tiefen Boden nichts zu holen und so beschränkten sich beide Teams auf die rustikale Variante. Sicherheit ging vor Kombinationsspiel und so wurde fast ausschließlich mit langen Bällen operiert, auch um keine brenzligen Situationen in der eigenen Defensive heraufzubeschwören.

 

Damit blieb in fußballerischer Hinsicht fast alles auf der Strecke und es war kein Wunder, dass erst in der 22. Minute zum ersten Mal eine Strafraumszene entstand: Nach einer Flanke von rechts rettete Patrick Siebert mit einem Kopfball vor einem heranstürmenden Dürener. Bergneustadt war zwar bemüht, spielerische Elemente einfließen zu lassen, was auf diesem Platz aber ein fast unmögliches Unterfangen war. „Die Mannschaft hat mir in der ersten Halbzeit zu viel Fußball gespielt“, lautete das auf den ersten Blick etwas rätselhafte, aber nachvollziehbare Urteil von Reisewitz.

 

Die einzige nennenswerte Chance der Gäste war ein Zufallsprodukt, an dessen Ende Nils Nettersheim vor dem Dürener Tor querlegte, aber keinen Abnehmer fand (41.). Kurz zuvor hatten die Platzherren nach einem Freistoß einen Kopfball etwa einen Meter über das Tor gesetzt (38.). Die abstiegs- und insolvenzbedrohten Dürener erhöhten nach der Pause den Druck, aber wieder einmal war die SSV-Defensive in den allermeisten Fällen Herr der Lage. Der „Doppel-Alex“ im defensiven Mittelfeld (Röger und Ochs) sorgte für den Abräumdienst, den Rest erledigte das erneut aufmerksam agierende Innenverteidiger-Duo Sebastian Wasem und Martin Brzoska.

 

Nur nach vorne ging rein gar nichts, ehe die Einwechslung von Serkan Mutlu neuen Schwung brachte. Röger rauschte knapp an einem Eckball vorbei (66.), nach einer Freistoß-Hereingabe scheiterte Ochs per Kopf am GFC-Keeper und an der Latte (77.). Und dann kam es tatsächlich noch zum Happy End: Eine Flanke von Radion Miller mündete in einem Querschläger von Patrick Siebert. Der Ball landete beim mitgelaufenen Marcel Walker, der das Tor des Tages erzielte, was er sich dank seines enormen Laufpensums und vieler aufreibender Zweikämpfe verdient hatte. Die Schlussoffensive der Gastgeber brachte nichts mehr ein.

 

Nach dem Abpfiff blickte man in erleichterte Gesichter. Reisewitz rief seine Schützlinge in einem Kreis zusammen und sagte: „Das war genau die Reaktion, die ich von euch sehen wollte.“ Eine Niederlage verbunden mit einer schwachen Leistung hätte sämtliche Spekulationen wieder angefacht. „Dieser Sieg war, egal was um uns herum geredet wird, ein Zeichen, dass wir als Mannschaft noch enger zusammenrücken und das auch auf dem Platz zeigen. Natürlich waren die Diskussionen  bei allen unterschwellig noch ein Thema, aber wir haben das abgehakt und gucken jetzt nur noch nach vorne“, so Reisewitz. Positiver Nebeneffekt des Erfolges ist der Sprung auf den ersten Tabellenplatz. Und: Sämtliche Sorgen um den (sportlichen) Klassenerhalt dürften nun bei Seite gelegt sein.

 

Tore

0:1 Marcel Walker (86. Patrick Siebert)

 

SSV Bergneustadt

Dustin Bäcker; Radion Miller,  Sebastian Wasem, Martin Brzoska, Andreas Krolewski, Alexander Röger, Alexander Ochs, Patrick Siebert, André Schilamow (90.+1 Vassilios Karalis), Nils Nettersheim (65. Serkan Mutlu), Marcel Walker (89. Alexander Tomm).

 

(Oberberg Aktuell)